Presse STD Tageblatt vom 24.10.2012


Wo bald Wohnhäuser stehen könnten

Verwaltungsentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes wird in den Gremien der Samtgemeinde Horneburg diskutiert

HORNEBURG. Die ehemalige große Sandgrube im Norden Dollerns wird Wohnbaufläche, im Süden wäre eine Swingolfanlage möglich. Der Flecken Horneburg entwickelt sich in Blumenthal, Bliedersdorf in Richtung Postmoor. Agathenburg erweitert sich mit einem Wohngebiet und Gewerbegebiet in Richtung Airbus. In Nottensdorf wird ein Freizeitgebiet mit Baggersee von einer Häuserreihe gesäumt. So sieht es der Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Horneburg vor.
Für eine frühzeitige Beteiligung der Behörden im Scoping-Verfahren hat die Bauverwaltung der Samtgemeinde Horneburg zusammen mit dem Planungsbüro "Cappel + Kranzhoff" einen Vorentwurf für die Fortschreibung des F-Plans erstellt. Eingeflossen sind die Ergebnisse des Workshops Anfang Mai, in dem Vertreter der fünf Mitgliedsgemeinden gemeinsam darüber abgestimmt hatten, wie sich die Gemeinden entwickeln sollen und was sich angesichts der demografischen Entwicklung und innerhalb der raumordnerischen Vorgaben realisieren lässt. Ihre Ideen und Wünsche wurden anschließend fachlich geprüft und bewertet; Prioritäten wurden gesetzt.
Dem Planungs- und Entwicklungsausschuss unter der Leitung von Claus Reichow wurde der Verwaltungsentwurf als erstes zur Beratung vorgelegt. Nach lebhafter Diskussion wurde der Entwurf zustimmend zur Kenntnis genommen. Dabei setzte der Ausschuss durch, das sich die Räte der Mitgliedsgemeinden zusätzlich (auf eigene Kosten) vom Stadtplaner Peter Kranzhoff informieren lassen können.
Ein Juckepunkt sind die Wohnbaugebiete. Wie Bauamtsleiter Roger Courtault ausführte, orientiert sich der Entwurf an der Prognose des Landkreises. Für die Samtgemeinde Horneburg wird dabei von einem zusätzlichen Wohnflächenbedarf von insgesamt 55 Hektar mit 760 Wohneinheiten ausgegangen. Werden die Reserven in den Gemeinden (das sind noch nicht entwickelte Wohnbauflächen) abgezogen, könnten 25 bis 30 Hektar zusätzlich ausgewiesen werden.
"Nicht alles werden wir auf einmal realisieren können", erklärte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Froelian. Wären alle von den Gemeinden gewünschten Baugebiete in den Entwurf aufgenommen worden, wäre der Plan nicht genehmigungsfähig gewesen - Genehmigungsbehörde ist der Landkreis. Ein Stufenmodell hat die Verwaltung deshalb entwickelt: Zunächst werden einige Flächen als Wohnbau- und Gewerbeflächen ausgewiesen. Falls sie nicht ausreichen und die Baugebiete in mehreren Jahren vollgelaufen sind, könnten Reserveflächen nachgeschoben und der F-Plan in diesen Bereichen angepasst werden.
Ein buntes Muster ergibt die Darstellung des Entwicklungskonzeptes im 79-seitigen Vorentwurf. An einigen Stellen (zum Beispiel im Flecken) werden Wohnbauflächen wieder in Äcker zurückverwandelt, an anderer Stelle neue Baugebiete (Blumenthal) ausgewiesen. Neu ist zum Beispiel das Sondergebiet "Swingolf" südlich von Dollern - von der Gemeinde gewünscht, vom Landkreis bisher abgelehnt. Und die "Park+Ride"-Fläche am Agathenburger Bahnhof. Neu sind auch Gewerbeflächen am B73-Kreisel und das Sondergebiet "Freizeit" mit Baggersee in Nottensdorf.
In der öffentlichen Sitzung des Samtgemeinderates am Dienstag, 6. November, wird der Entwurf noch einmal vorgestellt. Damit alle interessierten Bürger Platz finden, tagt der Rat ab 19.30 Uhr in der Aula der Oberschule. Wer den Entwurf vorher einsehen möchte, findet ihn ab Montag auf der Webseite der Samtgemeinde:
www.horneburg.de (sal)

24.10.2012